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Von kulturellen Eigenheiten und andere Geschichten

Ein grosses Hallo an Alle!
Natuerlich ging mal weider, kaum hatte ich meinen Onlineeintrag geschrieben, das Internet nicht mehr(( Deshalb erhaltet Ihr alle Infos des Wochenendes einen Tag verspaetet. Zum heutigen Tag waere noch zu berichten, dass es mittlerweile so was von kalt geworden ist, dass ich saemtliche meiner verfuegbaren langen Klamotten trage. Gestern war ein richtiger Sturm und wir sassen vom Winde verweht in unserer Freiluftkueche, in dicke Decken einegwickelt. Andrew, unser Barmann hat sich sehr ueber uns beklagt. er meinte, nun haette er extra fuer uns zu Gott gebetet, dass es kalt werde, weil wir uns ja immer beschwerten "to hot, to hot, to hot" und nun seien wir wieder nicht zufrieden... Aber es kann doch irgendwie nicht sein, dass es kein Mittel zwischen abartiger Hitze und Schweinekaelte gibt!! Das kommt wahrscheinlich davon, dass sich hier in Afrika saemtliche sich dazu berufen fuehlende Menschen (siehe die Rainqueen) ins Wetter einmischen und dann kommt das bei rum
aber nun will ich Euch nicht mehr laenger die neusten News vorenthalten! Viel Spass beim Lesen...
Heute ist es richtig gehend kalt Gestern hats laengere Zeit geregnet – heisst nun aber wohl auch, dass bald der Moskitoalarm beginnt. Und diese Kuehle von ca. 25 Grad ist einfach nur toll! Ich musste heute Nacht sogar meinen Schlafsack rausholen, weil ich leicht froestelte. Und die Nachricht, dass es in Deutschland so kalt ist, z.T. sogar schneit, liegt so ausserhalb meines Vorstellungsvermoegens… Oh, oh, kaum schreibe ich diese Zeilen schiebt sich auch schon die Sonne durch die Wolkenfront… ich hoffe, die bleibt noch bis zum Untergang, wo sie sich die letzten beiden Tage versteckt hatte. In den letzten Tagen war die Hitze naemlich so unertraeglich, dass ich nicht mal mehr schlafen konnte und ich werde verdammt unleidig, wenn ich nicht schlafen kann!!!
Heute moechte ich Euch mal wieder von meinen neuesten Erfahrungen mit der hiesigen Kultur berichten. So langsam entwickelt sich aus meinem gefuehlten Urlaub das Bewusstsein, dass das hier wohl alles ein bisschen laenger als ein Urlaub dauert. Und so wird auch aus mancher Sympathie fuer die hiesigen Gepflogenheiten eine gewisse Gereiztheit… Ich erwaehnte wohl schon, dass die Afrikaner nicht gerade die schnellsten sind. Gleichzeitig gebietet die Gastfreundschaft hier aber, dass man unglaublich freundlich ist und so entschuldigen sich die Afrikaner in unglaublicher Charmantheit fuer dauerhafte Desorganisation und Unpuenktlichkeit… Man darf das alles nicht mit europaeischen Augen sehen, aber es nervt mit der Zeit einfach !!!
Positive Beispiele: Unser PC ist wieder da, yippiii, eigentlich auch nur eine Woche verspaetet, aber auch nur weil Petra mit Strafgeld fuer jeden Tag gedroht hat, an dem das Ding fehlt! Und… wir haben doch glatt innerhalb kuerzester Zeit Gitter an unsere Fenster bekommen, auf dass zukuenftig alle Einbrecher draussen bleiben muessen. Unserem Wachmann wurde das Gehalt gekuerzt und er wurde dazu verdammt, dort zu sitzen oder rum zu laufen, wo er hingehoert! Zumindest am Wochenende, wenn Hochsaison an der Bar ist. Nun zieht er allabendlich ne Fluppe, weil er sich beim Arbeiten nicht mehr vergnuegen kann, aber das ist schliesslich sein Job. Dafuer bedient er sich nun ungefragt aus unserem Kuehlschrank…
Dienstleistung heisst hier auch, dass unser Koch uns vor dem Essen immer ne Ansprache haelt:-)) Das wuerde ich schon mal fuer zu Hause vorbestellen, denn das ist echt toll!!! Da erfaehrt man dann, welch pleasure es ist, fuer einen zu kochen, wie schon das Leben ist, wenn der Koch einem sieht und dass der Tag nun nur noch gut werden koenne! Und es ist natuerlich auch eine Freude fuer ihn, uns all das kochen zu duerfen, was wir wollen und zu jeder beliebigen Uhrzeit, die man sich wuensche!!
Hoert sich verdammt gut an, ABER dann kommt der afrikanische Teil der Veranstaltung: Waehrend Du unbedingt zu ner bestimmten Uhrzeit essen musst, weil es durchaus mal vorkommt, dass man gewisse Termine hat, palavert unsere Koechin mit grosser Freude mit den Putzfrauen und es gibt natuerlich gar nuescht, wenn man sich an den Tisch setzt und unter Zeitdruck ist. Und erklaer mal den Kunden, die ins Office kommen wollen, dass Du ne halbe Stunde zu spaet bist, weil das Essen nicht fertig war, ha, ha…
Falls die vielgeliebte Variante des Honig um den Bart schmierens nicht mehr zieht, wird wahlweise die Jammertour der elend langen Arbeitszeiten ausgegraben. Die Menschen hier haben es echt schwer, aber wie wir beispielsweise herausgefunden haben, ist dies auch z. T. hausgemacht. Eigentlich gibt es hier ein ganz klares Schichtarbeitssystem. Nur haelt sich niemand dran. Die sind dann lieber alle gleichzeitig da fuer den Fall, dass im Take away mal drei Tueten Pommes gleichzeitig bestellt werden und dann der Stress ausbricht und so arbeiten sie dann eben den ganzen Tag und die halbe Nacht durch… Ich bin ein bisschen boese, das gebe ich zu, aber das ist eben alles echt nicht logisch!
Gestern haben wir mal wieder einen Ausflug nach Phalaborwa zum Shoppen gemacht. Hier gibt es eigentlich alles, was es zu Hause auch gibt, inkl. suuuuper kitschiger Weihnachtsgirlanden und Krimskrams, also da kann bei mir echt keine Weihnachtsstimmungs aufkommen!!! Aber ich habe nen tollen Lindt Schokonikilausi entdeckt, der wird an Weihnachten geschlachtet. Was hier ne echt dufte Sache ist, ist die Fahrt mit dem Minitaxi Wer sich schon in suedlandischen Gefielden aufgehalten hat, weiss wovon ich spreche. Da stellt man sich an die Strasse, zeigt in die Richtung, in die man fahren moechte und quetscht sich dann in ein volles Taxi. Auf der letzten Bank muessen immer 4 Personen sitzen, da hat man man nicht mal Platz zwischen 3 weissen Wuerstchen, geschweige denn, wenn sich big black Mama mit einem riesen Sack gruenem Gemuese neben dich setzt, das sie auf dem Markt, wahlweise auch mal unterwegs im Taxi oder bei jedem Zwischenstopp, verkaufen moechte Gestern haben sie beim Umsteigen ein kleines Tourispielchen mit uns gespielt: Manche Taxis fahren durch andere nicht. Wir sassen in einem “andere nicht”, sprinteten wie alle anderen zum Umsteigen zum naechsten Knattergefaehrt. War allerdings schon voll! Also meinte unser erster Taxifahrer, er wuerde doch weiterfahren. Wir zu sechst also wieder rein in die Kiste. Dann kam ein anderer Taxifahrer, um uns abzuwerben, denn die Taxis fahren immer nur voll los und bei ihm sassen schon eingige drinnen. Wir also wieder raus und rein ins naechste Taxi. War aber noch nicht voll genug und so wies uns ein –ich nenne ihn mal “Organisator des Taxistandes” ein anderes Taxi zu. Wir also…. nein, meinte der Taxifahrer jedoch, er fahre erst mal nicht… Wir also wieder zurueck zum vorherigen Taxi, das mittlerweile noch genau 6 Plaetze hatte und dann gings endlich los) Wir haben uns irgendwann echt nur noch totgelacht. Das waere ein super Video fuer die Versteckte Tourikamera geworden
Am Abend gabs dann mal wieder (wie mittlerweile jedes Wochenende) ne Party in unserer Lapa (Bar). Nicht, dass sich viele Menschen fuer diese Partys interessieren wuerden… das heisst einfach nur, dass sich ein toller DJ in die Lapa setzt und fuer eine Hand voll Menschen uns Residents das halbe Wochenende mit unendlich lauter Musik beschallt. Wir haben schon versucht, Freigetraenke wegen Ruhestoerung am Urlaubsort rauszuschlagen, waren allerdings leider nicht erfolgreich. Und so sassen wir dann gestern mit unseren selbstfinanzierten Getraenken da. Ich habe mich noch niemals so guenstig betrunken Hier kannst du nen Abend locker mit 30 Rand (ca. 3 Euro) bestreiten, dann hast du aber echt verdammt viel getrunken!! Gestern waren auch mal ein paar Maedels da!! Echt klasse, denn eigentlich ist weggehen Maennersache. Da die aber gestern ihre Girlfriends mitgebracht hatten, war das ne echt tolle und interessante Sache.
Und nun ist das Wochenende auch schon wieder vorbei… Ich werde mich nun auf den Weg zum Shelter machen, um ganz Foodmanagementlike das Essen fuer morgen zu richten Es gibt mal wieder Elefant! Der stinkt immer schrecklich beim Kochen, aber der muss weg Der gute wurde vor paar Wochen erlegt, da er aus dem Krueger Nationalpark ausgebrochen war und nun liegt er zerlegt in unserer Gefriertruhe. In Abwechslung zum Elefanten gibts immer mal wieder Huehnerfuesse. Stinkt nicht, sieht aber in ner schoenen Rahmsosse auch verdammt unappetitlich aus!!! Gluecklicherweise ist unser Essen im Basambilu auf Europaeer ausgerichtet, sonst muesste ich vermutlich verhungern!!
Ich schicke Euch allen ganz liebe Gruesse!
Steffi
6.11.06 13:51
 


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