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Auf dem Flug...

So jetzt wird es ernst, ab in den Süden mit einem schönen Gabelflug über London.
Spannend was mich erwartet und traurig über den Abschied.
Wie es mir ergeht, werdet ihr hier (hoffentlich) bald erfahren...

17.10.06 20:47


erste Eindruecke

18.10.2006
Hallo Ihr Lieben!

Ich bin nach knapp 30 Std unterwegs sein angekommen!!

Ein Duft von Feinstaub, Rauch und afrikanischer Musik liegt ueberall hier in der Luft...

Gestern hatte mein Flieger erst mal 2 Std Verspaetung, Anschluss nach Phalaborwa verpasst... ja, alles kein Problem, wenn man gerne noch mal 250 Euro fuer einen neuen Flug zahlen moechte. Wollte ich aber nicht und so durfte ich gleich mal alle meine Englischkenntnisse auspacken und so haben sie mich dann immerhin fuer 70 Euro in eine Maschine gesteckt. Southafrican Airlines, Marke good Hope!! Ein Maschinchen fuer ca. 30 Personen. Suess) Inkl. aller Luftloecher, Propellerbetrieb, zwischen Business-Black-Men und Safari-Strohhut-Kamera-Typen und einem herzlichen Empfang in Phalaborwa.

Und so bin ich d ann in eine schoene, Strohbedeckte Huette in Lulekani eingezogen und residiere unter meinem Moskitonetz in schwindelerregender Hoehe von 2,5 m. Das Wetter ist kalt) Max. 25 Grad und alle warten hier schon auf den Regen, denn die Regenzeit steht bevor.

Wir werden lecker von Big Mama bekocht... und fuer Ablenkung im Pool ist gesorgt.

Im Moment darf man noch fragen - Ablenkung von was?? Wir haben heute erst mal die Organisation angeschaut und es ist echt wie in Fernsehkriegsberichten: Die verfallenen Huette (Bretterverschlag wuerden wir sagen) nennt sich euphemistisch Barbourshop und ueberall rotznaeselnde herzerweichende Kinder. Heute Mittag werden wir erst mal easy zur Hausaufgabenbetreuung gehen und leben uns hier allmaehlich ein.

Ich denke, ich koennte mich dran gewoehnen, wenn ich auch ehrlich sagen muss, dass ich schon erst mal diese ganzen Eindruecke einsortieren muss und momentan noch ein bisschen mein Heimweh pflege...

Seid alle lieb ge gruesst und bald gibts mehr, hoffentlich auch ueber das Online-Tagebuch

Steffi

20.10.2006

Heute ist die Mischung der Kulturen angesagt:
Am Morgen haben wir erst mal eine andere Art der Entwicklungshilfe geleistet und sind joggen gegangen - ersetzt jedes TV, wir waren die Attraktion von Lulekani...

Um 9 Uhr gab's ne Townshiptour fuer die neuen mit Ben. Selbst im Township warten nochmals saemtliche verschiedene Klassen: da gibt es die "Reichen", die sich ein Haus leisten koennen!! Diejenigen, die es immerhin zu einer Huette oder mehreren Huetten bringen, denn man separiert genauestens Kueche, Aufenthaltsraum, aus dem gerne und laut coolste afrikanische oder internationale Musik schallt und das Schlafzimmer. Klo und Dusche sind selbstverstaendlich extra Wer kann schon von sich sagen, dass er mind. 3 Huetten besitzt!! Und dann gibt es noch die, die keine Elektrizitaet und in der Regel auch max. eine Huette oder Bretterverschlag haben: die Fluechtlinge aus Mosambique. Alles eine sehr absurde Mischung. Am Ende unseres Trips begruesste uns eine Heilerin: a traditional doctor mit vielen Diplomen, die uns gerne unsere Zukunft voraussagen moechte... (will ich die wissen?...) und a traditionell meal... Ihr werdet es vielleicht schon ahnen... Pap, Schakalaka gruene Sosse und... genau WUERMER. But not for my stomac!!!!!
Heute mittag sind wir mit dem Minitaxi nach Phalaborwa, der eigentlichen Stadt, die jedoch max. halb so gross wie Lulekani ist, gefahren und den eigentlichen Kulturschock bekomme ich hier!! Es gibt geteerte Strassen und jede Menge Buren, die so tun als haetten sie Geld und die das auch gerne raushaengen lassen. Schwarze duerfen nur zuarbeiten... unglaublich aber wahr...

In Basambilu (unser Camp) fuehle ich mich langsam sehr wohl, wirklich viele nette Leute. Heute abend gibts ein Geburtstagsbraai am Pool. Und dann ist auch schon wieder Wochenende)

Und nun noch der Witz des Tages (von unserem Townshipleader Ben):
Am man go in a shop. Which kind of fruit is he buying????
Yes!! It is a Mango!!! (How lovely these africans) wobei man sich dazu noch eine echt fiese Lache vorstellen muss, die die Afrikaner so an sich haben, ohne es boese zu meinen)

So viel von heute aus der Shopping Mall von Phalaborwa, wo das Internet unglaubliche Geschwindigkeiten fuer afrikanische Verhaeltnisse vorweist!!

Viele Gruesse in die Heimat und... wir haben heute ca. 30 Grad und eine super Knallesonne (nur so ne kleine Info fuer alle, die's interessiert und die, die's nicht interessiert, mache ich sooo gerne neidisch!!)
Steffi
20.10.06 14:23


Meine Wirkungsstaette

24.10.2006
Hallo Ihr Lieben!
Heute moechte ich Euch ein bisschen aus dem Leben einer Volunteer und meiner neuen Wirkungsstaette berichten.
Jedem, der sich fuer die Organisation interessiert, sei die Homepage www.lekagape.de ans Herz gelegt.

Lekagape ist eine von einer Deutschen aufgebaute Organisation in Lulekani, einem ehemaligen Township von Phalaborwa. Es gibt ein Shelter (Frauen- und Kinderschutzhaus). Hier werden Kinder und Frauen aufgenommen, die Gewalt erfahren haben bzw. von Gewalt bedroht sind. Dies sind v.a. Kinder, Frauen hat es z. Z. drei, alle anderen sind gestorben. Es gilt prinzipiell die Devise, dass nur im aeussersten Notfall und wenn niemand anderes eintreten kann, Kinder und Frauen aufgenommen werden, Selbsthilfe ist hier das wichtigste. Hier werden ausserdem Kinder unterrichtet, die nicht in die Schule gehen, oder solche, die in die Schule gehen, bekommen am Nachmittag Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Die Kinder muessen von der Schule eine Anwesenheitsbestaetigung mitbringen, ansonsten gibt’s nix zu essen. Ein kleiner aber notwendiger Trick, um die Eltern bei der Stange zu halten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dann gibt es ein Buero, hier koennen saemtliche Einheimische zum Faxen, Kopieren, Briefe schreiben lassen etc. kommen. Ausserdem eine Baeckerei, in der ganz Lulekani seine Weckle kauft und die Rosinenschnecken nur 1,8 Rand kosten (18 cents – unverschaemt guenstig und verfuehreisch – also das Essen vor Afrika, da es dort ja nix mehr geben koennte, haette ich mir durchaus sparen koennen. Des weiterern gibt’s, unabdingbar fuer Afrika, ein Aidspraeventivprojekt (in Franchisemanier-ja Franchise gibt’s sogar in Afrika). Und fuer alle Students wurde Basambilu gebaut. Hierbei handelt es sich eigentlich um ein klassiches Backpacker, mit Bar und Ausflugsprogramm. Hier ueberall wurden Arbeitsplaetze fuer Einheimische geschaffen. Also oberstes Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir Students halten Shelter und Office am Leben. Generation Praktikum gilt also auch fuer Afrika… Es gibt noch ein paar Hausmuetter, die die Kinder bekochen und abends und nachts da sind.

Seit Montag arbeite ich als Lehrerin fuer Englisch und Mathe, wofuer ich besonders in Englisch geradezu praedestiniert bin Ein Gruesschen an Anna: Du musst kein Englisch mehr lernen!! Meiner Erfahrung nach reichen selbst rudimentaere Kenntnisse. 3 Mal die Woche finden 2 Std Unterricht am Morgen statt, 3 Mal am Nachmittag eine Stunde Hausaufgaben. Meine Klasse ist die groesste mit 8 Schuelerinnen, alle so um die 6 Jahre. Hier in Afrika weiss man das ja nie so genau… Sie gehen nicht zur Schule, da die Eltern kein Geld dafuer haben bzw. es keine Eltern mehr gibt (hier liegt die Aidsrate bei getesteten 25%, ohne Dunkelziffer, und die mittlere Generation, sprich die Eltern, sterben einfach weg.) Die groesste Schwierigkeit ist es, Kindern die Basics wie Lesen, Schreiben und Rechnen in einer Sprache beizubringen, die sie nicht sprechen koennen, gleichzeitig diese neue Sprache und unglaubliche Namen zu lernen… 2 Mal die Woche findet morgens ein Beschaeftigungsprogramm statt. Ausserdem werde ich das Foodmanagement einer abreisenden Studentin uebernehmen. Und ein Projekt „16 days against violence aigainst women“ mitorganisieren.
Ansonsten sind hier eigene Ideen stets willkommen. Z.Z. gibt es das Chickenhouse- und das Humus-Projekt, sprich Huehneransiedlung und Humusgewinnung und glaubt nicht, dass das ein Kinderspiel waere!! Hier in Afrika braucht alles ein bisschen laenger und so Huehner muessen vor Schlangen u.ae. geschuetzt werden sprich alles will gut ueberlegt werden!
Und… fuer alle die Angst hatten mein Urlaub kaeme zu kurz… no panic. Ich werde hier mehr Urlaub machen als arbeiten. Am Donnerstag geht’s schon wieder auf nen 2-taegigen Trip nach Venda. Und laut meinem Plan brauche ich im Dezember eigentlich erst gar nicht zum Arbeiten antreten, da jagt ein Ausflug den anderen.
Es ist echt eine tolle Mischung aus Arbeit und Kennen lernen des Landes. Wobei ich mich schon auch frage, wie effektiv eine solche Hilfe ist. Wahrscheinlich ist sie auf den einzelnen Volunteer recht uneffektiv, aber gesamt gesehen findet die ganze Woche ein volles Programm statt und das holt viele Kids von der Strasse, haelt sie schlichtweg am Leben oder gibt ihnen eine kleine Abwechslung vom tristen Alltag und das gesamte Projekt schafft Arbeitsplaetze. Und gleichzeitig kann man hier nicht mit europaeischen Massstaeben nach Erfolg fragen. Dies hier ist Afrika!!
In diesem Sinne
famba kache (der Erfolg meines Shangan-Lernens des heutigen Tages. Wir haben naemlich die erste Woche taeglich Shangan-Unterricht, die hiesige Stammessprache)
Eure Steffi
24.10.06 20:36





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