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Von kulturellen Eigenheiten und andere Geschichten

Ein grosses Hallo an Alle!
Natuerlich ging mal weider, kaum hatte ich meinen Onlineeintrag geschrieben, das Internet nicht mehr(( Deshalb erhaltet Ihr alle Infos des Wochenendes einen Tag verspaetet. Zum heutigen Tag waere noch zu berichten, dass es mittlerweile so was von kalt geworden ist, dass ich saemtliche meiner verfuegbaren langen Klamotten trage. Gestern war ein richtiger Sturm und wir sassen vom Winde verweht in unserer Freiluftkueche, in dicke Decken einegwickelt. Andrew, unser Barmann hat sich sehr ueber uns beklagt. er meinte, nun haette er extra fuer uns zu Gott gebetet, dass es kalt werde, weil wir uns ja immer beschwerten "to hot, to hot, to hot" und nun seien wir wieder nicht zufrieden... Aber es kann doch irgendwie nicht sein, dass es kein Mittel zwischen abartiger Hitze und Schweinekaelte gibt!! Das kommt wahrscheinlich davon, dass sich hier in Afrika saemtliche sich dazu berufen fuehlende Menschen (siehe die Rainqueen) ins Wetter einmischen und dann kommt das bei rum
aber nun will ich Euch nicht mehr laenger die neusten News vorenthalten! Viel Spass beim Lesen...
Heute ist es richtig gehend kalt Gestern hats laengere Zeit geregnet – heisst nun aber wohl auch, dass bald der Moskitoalarm beginnt. Und diese Kuehle von ca. 25 Grad ist einfach nur toll! Ich musste heute Nacht sogar meinen Schlafsack rausholen, weil ich leicht froestelte. Und die Nachricht, dass es in Deutschland so kalt ist, z.T. sogar schneit, liegt so ausserhalb meines Vorstellungsvermoegens… Oh, oh, kaum schreibe ich diese Zeilen schiebt sich auch schon die Sonne durch die Wolkenfront… ich hoffe, die bleibt noch bis zum Untergang, wo sie sich die letzten beiden Tage versteckt hatte. In den letzten Tagen war die Hitze naemlich so unertraeglich, dass ich nicht mal mehr schlafen konnte und ich werde verdammt unleidig, wenn ich nicht schlafen kann!!!
Heute moechte ich Euch mal wieder von meinen neuesten Erfahrungen mit der hiesigen Kultur berichten. So langsam entwickelt sich aus meinem gefuehlten Urlaub das Bewusstsein, dass das hier wohl alles ein bisschen laenger als ein Urlaub dauert. Und so wird auch aus mancher Sympathie fuer die hiesigen Gepflogenheiten eine gewisse Gereiztheit… Ich erwaehnte wohl schon, dass die Afrikaner nicht gerade die schnellsten sind. Gleichzeitig gebietet die Gastfreundschaft hier aber, dass man unglaublich freundlich ist und so entschuldigen sich die Afrikaner in unglaublicher Charmantheit fuer dauerhafte Desorganisation und Unpuenktlichkeit… Man darf das alles nicht mit europaeischen Augen sehen, aber es nervt mit der Zeit einfach !!!
Positive Beispiele: Unser PC ist wieder da, yippiii, eigentlich auch nur eine Woche verspaetet, aber auch nur weil Petra mit Strafgeld fuer jeden Tag gedroht hat, an dem das Ding fehlt! Und… wir haben doch glatt innerhalb kuerzester Zeit Gitter an unsere Fenster bekommen, auf dass zukuenftig alle Einbrecher draussen bleiben muessen. Unserem Wachmann wurde das Gehalt gekuerzt und er wurde dazu verdammt, dort zu sitzen oder rum zu laufen, wo er hingehoert! Zumindest am Wochenende, wenn Hochsaison an der Bar ist. Nun zieht er allabendlich ne Fluppe, weil er sich beim Arbeiten nicht mehr vergnuegen kann, aber das ist schliesslich sein Job. Dafuer bedient er sich nun ungefragt aus unserem Kuehlschrank…
Dienstleistung heisst hier auch, dass unser Koch uns vor dem Essen immer ne Ansprache haelt:-)) Das wuerde ich schon mal fuer zu Hause vorbestellen, denn das ist echt toll!!! Da erfaehrt man dann, welch pleasure es ist, fuer einen zu kochen, wie schon das Leben ist, wenn der Koch einem sieht und dass der Tag nun nur noch gut werden koenne! Und es ist natuerlich auch eine Freude fuer ihn, uns all das kochen zu duerfen, was wir wollen und zu jeder beliebigen Uhrzeit, die man sich wuensche!!
Hoert sich verdammt gut an, ABER dann kommt der afrikanische Teil der Veranstaltung: Waehrend Du unbedingt zu ner bestimmten Uhrzeit essen musst, weil es durchaus mal vorkommt, dass man gewisse Termine hat, palavert unsere Koechin mit grosser Freude mit den Putzfrauen und es gibt natuerlich gar nuescht, wenn man sich an den Tisch setzt und unter Zeitdruck ist. Und erklaer mal den Kunden, die ins Office kommen wollen, dass Du ne halbe Stunde zu spaet bist, weil das Essen nicht fertig war, ha, ha…
Falls die vielgeliebte Variante des Honig um den Bart schmierens nicht mehr zieht, wird wahlweise die Jammertour der elend langen Arbeitszeiten ausgegraben. Die Menschen hier haben es echt schwer, aber wie wir beispielsweise herausgefunden haben, ist dies auch z. T. hausgemacht. Eigentlich gibt es hier ein ganz klares Schichtarbeitssystem. Nur haelt sich niemand dran. Die sind dann lieber alle gleichzeitig da fuer den Fall, dass im Take away mal drei Tueten Pommes gleichzeitig bestellt werden und dann der Stress ausbricht und so arbeiten sie dann eben den ganzen Tag und die halbe Nacht durch… Ich bin ein bisschen boese, das gebe ich zu, aber das ist eben alles echt nicht logisch!
Gestern haben wir mal wieder einen Ausflug nach Phalaborwa zum Shoppen gemacht. Hier gibt es eigentlich alles, was es zu Hause auch gibt, inkl. suuuuper kitschiger Weihnachtsgirlanden und Krimskrams, also da kann bei mir echt keine Weihnachtsstimmungs aufkommen!!! Aber ich habe nen tollen Lindt Schokonikilausi entdeckt, der wird an Weihnachten geschlachtet. Was hier ne echt dufte Sache ist, ist die Fahrt mit dem Minitaxi Wer sich schon in suedlandischen Gefielden aufgehalten hat, weiss wovon ich spreche. Da stellt man sich an die Strasse, zeigt in die Richtung, in die man fahren moechte und quetscht sich dann in ein volles Taxi. Auf der letzten Bank muessen immer 4 Personen sitzen, da hat man man nicht mal Platz zwischen 3 weissen Wuerstchen, geschweige denn, wenn sich big black Mama mit einem riesen Sack gruenem Gemuese neben dich setzt, das sie auf dem Markt, wahlweise auch mal unterwegs im Taxi oder bei jedem Zwischenstopp, verkaufen moechte Gestern haben sie beim Umsteigen ein kleines Tourispielchen mit uns gespielt: Manche Taxis fahren durch andere nicht. Wir sassen in einem “andere nicht”, sprinteten wie alle anderen zum Umsteigen zum naechsten Knattergefaehrt. War allerdings schon voll! Also meinte unser erster Taxifahrer, er wuerde doch weiterfahren. Wir zu sechst also wieder rein in die Kiste. Dann kam ein anderer Taxifahrer, um uns abzuwerben, denn die Taxis fahren immer nur voll los und bei ihm sassen schon eingige drinnen. Wir also wieder raus und rein ins naechste Taxi. War aber noch nicht voll genug und so wies uns ein –ich nenne ihn mal “Organisator des Taxistandes” ein anderes Taxi zu. Wir also…. nein, meinte der Taxifahrer jedoch, er fahre erst mal nicht… Wir also wieder zurueck zum vorherigen Taxi, das mittlerweile noch genau 6 Plaetze hatte und dann gings endlich los) Wir haben uns irgendwann echt nur noch totgelacht. Das waere ein super Video fuer die Versteckte Tourikamera geworden
Am Abend gabs dann mal wieder (wie mittlerweile jedes Wochenende) ne Party in unserer Lapa (Bar). Nicht, dass sich viele Menschen fuer diese Partys interessieren wuerden… das heisst einfach nur, dass sich ein toller DJ in die Lapa setzt und fuer eine Hand voll Menschen uns Residents das halbe Wochenende mit unendlich lauter Musik beschallt. Wir haben schon versucht, Freigetraenke wegen Ruhestoerung am Urlaubsort rauszuschlagen, waren allerdings leider nicht erfolgreich. Und so sassen wir dann gestern mit unseren selbstfinanzierten Getraenken da. Ich habe mich noch niemals so guenstig betrunken Hier kannst du nen Abend locker mit 30 Rand (ca. 3 Euro) bestreiten, dann hast du aber echt verdammt viel getrunken!! Gestern waren auch mal ein paar Maedels da!! Echt klasse, denn eigentlich ist weggehen Maennersache. Da die aber gestern ihre Girlfriends mitgebracht hatten, war das ne echt tolle und interessante Sache.
Und nun ist das Wochenende auch schon wieder vorbei… Ich werde mich nun auf den Weg zum Shelter machen, um ganz Foodmanagementlike das Essen fuer morgen zu richten Es gibt mal wieder Elefant! Der stinkt immer schrecklich beim Kochen, aber der muss weg Der gute wurde vor paar Wochen erlegt, da er aus dem Krueger Nationalpark ausgebrochen war und nun liegt er zerlegt in unserer Gefriertruhe. In Abwechslung zum Elefanten gibts immer mal wieder Huehnerfuesse. Stinkt nicht, sieht aber in ner schoenen Rahmsosse auch verdammt unappetitlich aus!!! Gluecklicherweise ist unser Essen im Basambilu auf Europaeer ausgerichtet, sonst muesste ich vermutlich verhungern!!
Ich schicke Euch allen ganz liebe Gruesse!
Steffi
6.11.06 13:51


News vom heissen Teil der Erde

Halloechen!! Hier kommen mal wieder die neusten Neuigkeiten aus Lulekani!!

Fuer alle, die zu Hause frieren: ICH BENEIDE EUCH!!! Die Hitze wird hier langsam echt unertraeglich! Ich habs ja gerne warm. Ich habs auch gerne sehr warm. Aber das hier habe ich noch nicht erlebt!!!!! Dagegen war der Sommer in Deutschland zu WM-Zeiten ein echter Kindergeburtstag!!! Am Tag hat es im Schnitt 38 Grad. Und ich weiss nicht, ob ichs schon gesagt habe: es ist Fruehling! Das heisst, dies sind keine Spitzenwerte!!! Wir gehen mittlerweile schon um 6 Uhr joggen, weil alles andere nicht mehr moeglich ist, ohne dass einem die Fusssohlen rauchen. Nachts kuehlt es immerhin auf ca. 25 Grad runter, aber zum Schlafen sind das keine angenehmen Temperaturen. Also gehe ich taeglich ca. 3 Mal Duschen und ein Mal in den Pool, was lediglich bedeutet, dass Dir diese 4 Mal am Tag und auch nur fuer diese Zeit, in der du dich im Pool oder unter der Dusche befindest, statt Schweiss Wasser den Koerper hinunterlaeuft… Okay, wir wollen das nicht vertiefen. Ich moechte auch keine mikrobiologische Untersuchung meiner Haut nach diesem Abenteuer, die wird naemlich echt uebel aussehen. Und das obwohl ich sie taeglich mit vielen Schichten bearbeite Waeren da: Bodylotion (die auf der Stelle von meinem ausgedoerrten Koerper aufgesogen wird), nach kurzer Zeit ne Schicht Sonnencreme drueber, regelmaessig schoen viel Staub (der selbst dann noch hartnaeckig ueberall hineinkriecht und haengenbleibt, wenn man versucht das ganze abzuwaschen) und am Abend kommt dann noch ne schoene Dosis Antimoskito-Stinke-Lotion drauf.
Apropos Moskitos: Noch sind mir keine begegnet, aber gestern hats hier geregnet!! Bestimmt 5 Minuten lang richtig schoen geschuettet!! Und ihr koennt Euch nicht vorstellen, wie sehr wir uns gefreut haben (ich denke nicht, dass ich diese Meinung mit nach Deutshcland nehmen werde! Regen bedeutet hier echt was. Allerdings werden mit dem Regen auch die Moskitos kommen. Deshalb gilt wohl ab sofort besondere Aufmerksamkeit und noch mehr Stinke-Lotion oder wahlweise lange Kleidung, aber das stechen sie auch haeufig durch…

Arbeitstechnisch wird es langsam echt spannend: Zum Einen fuehle ich mich als Lehrerin einer mich nur schwer verstehenden Horde suesser Vorschulkinder sehr wohl. Und zum Anderen beginnen wir mit den Vorbereitungen fuer die Aktionstage “16 days against violence against women and children”. Dies sind international stattfindende Aktionstage, die ueber die Gewalt gegen Frauen und Kinder aufklaeren soll und wir wollen einige Aktionen hier in Lulekani taetigen. Ich bin fuer die Oeffentlichkeitsarbeit zustaendig, sprich Flyer erstellen, Plakate designen, ein neues Logo fuer LekaGape kreieren, das wir dann auch direkt als grosses Schild vor der Organisation aufstellen, T-Shirts drucken etc.
Also die Zeit am Pool ist vorbei… jetzt gehts ran an die Arbeit
Bei dieser Hitze ist das allerdings nicht ganz so easy. Denn an manchen Tagen kann man hier echt nur rumsitzen und warten oder schlafen, der Koerper ist zu nix anderem faehig. Da wundere ich mich echt nur noch bedingt ueber die Arbeitsmoral in den afrikanischen Laendern… Hier sieht man dann auch um die Mittagszeit einige Menschen, die einfach unter den Baeumen liegen und schlafen. Gerne auch im Rudel beieinander, denn hier tut man wenig allein. Ich glaub sowas wie Privatsphaere existiert hier nicht. Einige europaeische Errungenschaften existieren hier nicht. Z.B. Freizeit. Hier arbeitet man den ganzen Tag, schlaeft, kuemmert sich wahlweise noch um Familie, Mann, Kinder und steht am naechsten Tag wieder auf, um zu arbeiten. An dem einen Tag, den man wenn man Glueck hat, frei hat, arbeitet man zu Hause weiter. Maenner verbringen die Zeit durchaus auch mit Besaeufnissen und das sehr hauefig. Wenn man dies als Freizeitbeschaeftigung betiteln moechte, dann haben immerhin Maenner in Suedafrika Freizeit. Die Leute stehen auch immer da und schauen als kaemen wir von nem anderen Stern, wenn wir joggen gehen. Die haben so viel koerperliche Betaetigung bei der taeglichen Arbeit und ausserdem sollte man sich bei diesen Temperaturen nicht schneller als 2-3 km/h bewegen!! Die Kinder lachen sich immer tot ueber die Molungos (das sind wir weissen), haben aber einen riesen Spass uns zu joinen “Hello! How are you? Can we join you? Hihihihi!!!” Und so joggen wir dann immer mit einer fliessend wechselnden Horde lachender Kinder durch Lulekani.

Euch ganz liebe Gruesse nach Hause und geniesst die Kaelte
Eure Steffi
1.11.06 13:39


Meine Wirkungsstaette

24.10.2006
Hallo Ihr Lieben!
Heute moechte ich Euch ein bisschen aus dem Leben einer Volunteer und meiner neuen Wirkungsstaette berichten.
Jedem, der sich fuer die Organisation interessiert, sei die Homepage www.lekagape.de ans Herz gelegt.

Lekagape ist eine von einer Deutschen aufgebaute Organisation in Lulekani, einem ehemaligen Township von Phalaborwa. Es gibt ein Shelter (Frauen- und Kinderschutzhaus). Hier werden Kinder und Frauen aufgenommen, die Gewalt erfahren haben bzw. von Gewalt bedroht sind. Dies sind v.a. Kinder, Frauen hat es z. Z. drei, alle anderen sind gestorben. Es gilt prinzipiell die Devise, dass nur im aeussersten Notfall und wenn niemand anderes eintreten kann, Kinder und Frauen aufgenommen werden, Selbsthilfe ist hier das wichtigste. Hier werden ausserdem Kinder unterrichtet, die nicht in die Schule gehen, oder solche, die in die Schule gehen, bekommen am Nachmittag Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Die Kinder muessen von der Schule eine Anwesenheitsbestaetigung mitbringen, ansonsten gibt’s nix zu essen. Ein kleiner aber notwendiger Trick, um die Eltern bei der Stange zu halten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dann gibt es ein Buero, hier koennen saemtliche Einheimische zum Faxen, Kopieren, Briefe schreiben lassen etc. kommen. Ausserdem eine Baeckerei, in der ganz Lulekani seine Weckle kauft und die Rosinenschnecken nur 1,8 Rand kosten (18 cents – unverschaemt guenstig und verfuehreisch – also das Essen vor Afrika, da es dort ja nix mehr geben koennte, haette ich mir durchaus sparen koennen. Des weiterern gibt’s, unabdingbar fuer Afrika, ein Aidspraeventivprojekt (in Franchisemanier-ja Franchise gibt’s sogar in Afrika). Und fuer alle Students wurde Basambilu gebaut. Hierbei handelt es sich eigentlich um ein klassiches Backpacker, mit Bar und Ausflugsprogramm. Hier ueberall wurden Arbeitsplaetze fuer Einheimische geschaffen. Also oberstes Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir Students halten Shelter und Office am Leben. Generation Praktikum gilt also auch fuer Afrika… Es gibt noch ein paar Hausmuetter, die die Kinder bekochen und abends und nachts da sind.

Seit Montag arbeite ich als Lehrerin fuer Englisch und Mathe, wofuer ich besonders in Englisch geradezu praedestiniert bin Ein Gruesschen an Anna: Du musst kein Englisch mehr lernen!! Meiner Erfahrung nach reichen selbst rudimentaere Kenntnisse. 3 Mal die Woche finden 2 Std Unterricht am Morgen statt, 3 Mal am Nachmittag eine Stunde Hausaufgaben. Meine Klasse ist die groesste mit 8 Schuelerinnen, alle so um die 6 Jahre. Hier in Afrika weiss man das ja nie so genau… Sie gehen nicht zur Schule, da die Eltern kein Geld dafuer haben bzw. es keine Eltern mehr gibt (hier liegt die Aidsrate bei getesteten 25%, ohne Dunkelziffer, und die mittlere Generation, sprich die Eltern, sterben einfach weg.) Die groesste Schwierigkeit ist es, Kindern die Basics wie Lesen, Schreiben und Rechnen in einer Sprache beizubringen, die sie nicht sprechen koennen, gleichzeitig diese neue Sprache und unglaubliche Namen zu lernen… 2 Mal die Woche findet morgens ein Beschaeftigungsprogramm statt. Ausserdem werde ich das Foodmanagement einer abreisenden Studentin uebernehmen. Und ein Projekt „16 days against violence aigainst women“ mitorganisieren.
Ansonsten sind hier eigene Ideen stets willkommen. Z.Z. gibt es das Chickenhouse- und das Humus-Projekt, sprich Huehneransiedlung und Humusgewinnung und glaubt nicht, dass das ein Kinderspiel waere!! Hier in Afrika braucht alles ein bisschen laenger und so Huehner muessen vor Schlangen u.ae. geschuetzt werden sprich alles will gut ueberlegt werden!
Und… fuer alle die Angst hatten mein Urlaub kaeme zu kurz… no panic. Ich werde hier mehr Urlaub machen als arbeiten. Am Donnerstag geht’s schon wieder auf nen 2-taegigen Trip nach Venda. Und laut meinem Plan brauche ich im Dezember eigentlich erst gar nicht zum Arbeiten antreten, da jagt ein Ausflug den anderen.
Es ist echt eine tolle Mischung aus Arbeit und Kennen lernen des Landes. Wobei ich mich schon auch frage, wie effektiv eine solche Hilfe ist. Wahrscheinlich ist sie auf den einzelnen Volunteer recht uneffektiv, aber gesamt gesehen findet die ganze Woche ein volles Programm statt und das holt viele Kids von der Strasse, haelt sie schlichtweg am Leben oder gibt ihnen eine kleine Abwechslung vom tristen Alltag und das gesamte Projekt schafft Arbeitsplaetze. Und gleichzeitig kann man hier nicht mit europaeischen Massstaeben nach Erfolg fragen. Dies hier ist Afrika!!
In diesem Sinne
famba kache (der Erfolg meines Shangan-Lernens des heutigen Tages. Wir haben naemlich die erste Woche taeglich Shangan-Unterricht, die hiesige Stammessprache)
Eure Steffi
24.10.06 20:36


erste Eindruecke

18.10.2006
Hallo Ihr Lieben!

Ich bin nach knapp 30 Std unterwegs sein angekommen!!

Ein Duft von Feinstaub, Rauch und afrikanischer Musik liegt ueberall hier in der Luft...

Gestern hatte mein Flieger erst mal 2 Std Verspaetung, Anschluss nach Phalaborwa verpasst... ja, alles kein Problem, wenn man gerne noch mal 250 Euro fuer einen neuen Flug zahlen moechte. Wollte ich aber nicht und so durfte ich gleich mal alle meine Englischkenntnisse auspacken und so haben sie mich dann immerhin fuer 70 Euro in eine Maschine gesteckt. Southafrican Airlines, Marke good Hope!! Ein Maschinchen fuer ca. 30 Personen. Suess) Inkl. aller Luftloecher, Propellerbetrieb, zwischen Business-Black-Men und Safari-Strohhut-Kamera-Typen und einem herzlichen Empfang in Phalaborwa.

Und so bin ich d ann in eine schoene, Strohbedeckte Huette in Lulekani eingezogen und residiere unter meinem Moskitonetz in schwindelerregender Hoehe von 2,5 m. Das Wetter ist kalt) Max. 25 Grad und alle warten hier schon auf den Regen, denn die Regenzeit steht bevor.

Wir werden lecker von Big Mama bekocht... und fuer Ablenkung im Pool ist gesorgt.

Im Moment darf man noch fragen - Ablenkung von was?? Wir haben heute erst mal die Organisation angeschaut und es ist echt wie in Fernsehkriegsberichten: Die verfallenen Huette (Bretterverschlag wuerden wir sagen) nennt sich euphemistisch Barbourshop und ueberall rotznaeselnde herzerweichende Kinder. Heute Mittag werden wir erst mal easy zur Hausaufgabenbetreuung gehen und leben uns hier allmaehlich ein.

Ich denke, ich koennte mich dran gewoehnen, wenn ich auch ehrlich sagen muss, dass ich schon erst mal diese ganzen Eindruecke einsortieren muss und momentan noch ein bisschen mein Heimweh pflege...

Seid alle lieb ge gruesst und bald gibts mehr, hoffentlich auch ueber das Online-Tagebuch

Steffi

20.10.2006

Heute ist die Mischung der Kulturen angesagt:
Am Morgen haben wir erst mal eine andere Art der Entwicklungshilfe geleistet und sind joggen gegangen - ersetzt jedes TV, wir waren die Attraktion von Lulekani...

Um 9 Uhr gab's ne Townshiptour fuer die neuen mit Ben. Selbst im Township warten nochmals saemtliche verschiedene Klassen: da gibt es die "Reichen", die sich ein Haus leisten koennen!! Diejenigen, die es immerhin zu einer Huette oder mehreren Huetten bringen, denn man separiert genauestens Kueche, Aufenthaltsraum, aus dem gerne und laut coolste afrikanische oder internationale Musik schallt und das Schlafzimmer. Klo und Dusche sind selbstverstaendlich extra Wer kann schon von sich sagen, dass er mind. 3 Huetten besitzt!! Und dann gibt es noch die, die keine Elektrizitaet und in der Regel auch max. eine Huette oder Bretterverschlag haben: die Fluechtlinge aus Mosambique. Alles eine sehr absurde Mischung. Am Ende unseres Trips begruesste uns eine Heilerin: a traditional doctor mit vielen Diplomen, die uns gerne unsere Zukunft voraussagen moechte... (will ich die wissen?...) und a traditionell meal... Ihr werdet es vielleicht schon ahnen... Pap, Schakalaka gruene Sosse und... genau WUERMER. But not for my stomac!!!!!
Heute mittag sind wir mit dem Minitaxi nach Phalaborwa, der eigentlichen Stadt, die jedoch max. halb so gross wie Lulekani ist, gefahren und den eigentlichen Kulturschock bekomme ich hier!! Es gibt geteerte Strassen und jede Menge Buren, die so tun als haetten sie Geld und die das auch gerne raushaengen lassen. Schwarze duerfen nur zuarbeiten... unglaublich aber wahr...

In Basambilu (unser Camp) fuehle ich mich langsam sehr wohl, wirklich viele nette Leute. Heute abend gibts ein Geburtstagsbraai am Pool. Und dann ist auch schon wieder Wochenende)

Und nun noch der Witz des Tages (von unserem Townshipleader Ben):
Am man go in a shop. Which kind of fruit is he buying????
Yes!! It is a Mango!!! (How lovely these africans) wobei man sich dazu noch eine echt fiese Lache vorstellen muss, die die Afrikaner so an sich haben, ohne es boese zu meinen)

So viel von heute aus der Shopping Mall von Phalaborwa, wo das Internet unglaubliche Geschwindigkeiten fuer afrikanische Verhaeltnisse vorweist!!

Viele Gruesse in die Heimat und... wir haben heute ca. 30 Grad und eine super Knallesonne (nur so ne kleine Info fuer alle, die's interessiert und die, die's nicht interessiert, mache ich sooo gerne neidisch!!)
Steffi
20.10.06 14:23


Auf dem Flug...

So jetzt wird es ernst, ab in den Süden mit einem schönen Gabelflug über London.
Spannend was mich erwartet und traurig über den Abschied.
Wie es mir ergeht, werdet ihr hier (hoffentlich) bald erfahren...

17.10.06 20:47


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